Malvenrost

Tipps und Tricks für die Aufzucht
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karl01
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Malvenrost

Beitrag von karl01 » 16.10.2008, 23:06

Hallo Freunde
Habe immer rost an meinen Stockrosen,kann mir jemand einen tipp geben?
Gruß aus em Ländle
Karl

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MadMim
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Beitrag von MadMim » 16.10.2008, 23:30

Karl, ich auch!
Warte genauso gespannt  auf Antwort wie Du!
Good timber does not grow with ease -
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Aszrael
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Beitrag von Aszrael » 17.10.2008, 06:58

Mache ich heute nachmittag.


Liebe Grüsse

Michael (FH)

Aszrael
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Beitrag von Aszrael » 17.10.2008, 16:01

Malvenrost ( Puccinia malvacearum )


Beschreibung
Puccinia malvacearum gehört zu den Rostpilzen und ist ein autözischer Rostpilz, das heißt er wechselt in seiner Entwicklung nicht den Wirt.


Biologie

Der Malvenrost überlebt als Spore im Boden. Diese Sporen infizieren im Frühjahr direkt die frischen Sämlinge bzw. frisch gesetzten Pflanzen. Der Pilz breitet sich im Blattgewebe und den Stängeln aus und entzieht der Pflanze ihre Nährstoffe. Der geringste Windhauch, das Abstreifen durch Kleidung, Hände oder Insekten reicht aus um entfernt stehende Malven zu infizieren.


Bevorzugte Pflanzen

Stockrosen


Vorbeugende Bekämpfung

Die Pflanzen locker aufstellen und genügend Luft zwischen den einzelnen Pflanzen lassen, sowie  einen sonnigen, winddurchlässigen Standort wählen. Neu zugekaufte oder geschenkte Pflanzen zuerst isolieren. Nacheinander die ersten 4 bis 6 Bodenblätter entfernen um eine Infektion durch die Sporen im Boden zu vermeiden. Vorbeugend kann mit Pflanzenstärkungsmitteln gegossen werden z.B, Schachtelhalmextrakt. Diese stärken die Zellmenbranen, so das der Pilz schlechter in die Zellen eindringen kann. Des weiteren benötigt die Malve einen lockeren, wasserdurchlässigen aber nährstoffreichen Boden. Verdichteter, nährstoffarmer Boden begünstigt den Krankheitsverlauf (geschwächte Pflanze).
Ebenfalls vorbeugend kann mit Fenicur von Andermatt Biocontrol, einem biologischen Pilzmittel auf Fenchelölbasis, gespritzt werden


Bekämpfung

Infizierte Blätter entfernen und am besten sofort verbrennen. Ist dies nicht möglich nicht auf dem Biomüll entsorgen, sondern in den Restmüll geben.
Eine Bekämpfung mit den Pilzmitteln Saprol von CELAFLOR (Wirkstoff Triticonazol), Ectivo von CELAFLOR (Wirkstoff Myclobutanil), Baymat von COMPO (Wirkstoff Bitertanol), Ortiva von Syngenta (Wirkstoff Azoxystrobin), Polyram WG von Syngenta (Wirkstoff Metiram), Diathane Ultra WG von Spiess-Urania (Wirkstoff Mancozeb) kann erfolgen.

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MadMim
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Beitrag von MadMim » 17.10.2008, 22:51

Danke Michael für die prompte Antwort.

Meine Malven standen windig und ich denke, der Boden war nicht
mager.
Ich habe sie letztes Jahr rausgerissen und nur die kleine lila Teemalve behalten, die ist nicht ganz so empfindlich, wird aber auch befallen.
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karl01
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Beitrag von karl01 » 18.10.2008, 09:12

Danke Michael
Gruß aus em Ländle
Karl
Gruß aus dem Ländle

Karl

Aszrael
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Beitrag von Aszrael » 18.10.2008, 09:53

Bitte. Die Teemalve ist nicht ganz so anfällig, wird aber gerade bei dichterem Bestand genauso befallen. Es bleibt eben nur die Vereinzelung und die Abtragung der obersten, mit Sporen infizierten Erdschicht.


Liebe Grüsse

Michael (FH)

Gast B

Beitrag von Gast B » 28.10.2008, 18:36

karl01 hat geschrieben:Danke Michael
Gruß aus em Ländle
Karl
Auch einen Dank an die Mama ,die dem Sohn, das Wissen weiter gibt. OK!

greenfinger

re: Malvenrost auf Stockrosen und Co

Beitrag von greenfinger » 24.11.2008, 19:49

Hi,

Also der Malvenrost ist eine leidige Geschichte. Leider hängt das mit den ungünstigen Witterungsbedingungen und den meist zu festen Böden ab.
Generell sollten Malven so trocken wie möglich gehalten werden - sie stammen ursprünglich aus Trockengebieten Klein- ud Mittelasiens. Ist gleich wie bei den Rosen.
Ein Breitbandfungizid kann helfen die Symptome einzudämmen. Für die Überwinterung hat der Pilz jedoch einen anderen Zwischenwirt.

lg,
HJ

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Claudia
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Beitrag von Claudia » 24.11.2008, 19:56

Um welchen Zwischenwirt handelt es sich?
Lieben Gruß aus dem Saarland
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greenfinger

re: Zwischenwirte

Beitrag von greenfinger » 24.11.2008, 20:44

Hallo Claudia,

Pilzsporen überwintern nicht nur im Boden sondern auch in Koniferen und anderen Gehölzen. Der bei uns noch weitverbreitete Sadebaum (spezielle Wacholderart) ist zB Zwischenwirt für den Birnengitterrost.
Wie's genau funktioniert, ist hier gut beschrieben (mit Bildern):

http://de.wikipedia.org/wiki/Birnengitterrost

Des Pilzes Freud, des Gärtners Leid.  :(

lg,
HJ

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